Zahnloser OberkieferWas im Unterkiefer der schlechte Halt der Prothese ist, ist im Oberkiefer der häufig starke Würgereiz. Aber auch der Geschmacksverlust und der schlechte Sitz und Halt der Prothese, insbesondere bei sonst alltäglichen Situationen wie das Niesen oder Gähnen, lassen Menschen an ihrem Gebiss verzweifeln. Das Ziel in der Versorgung des Oberkiefers ist eine gaumenfreie und lagestabile Prothese.
Das
Implantieren von künstlichen Zahnwurzeln im Oberkiefer ist jedoch in der Zahnmedizin noch nicht so lange Routine wie dies im Unterkiefer der Fall ist.
Moderne Verfahren (computergestützte Auswertung von Computertomogrammen)
sowie deutlich bessere Operationsmethoden (z.B. Sinus-Lift, bone-sprading) als auch
sichere Materialien zum Knochenaufbau (z.B. Cerasorb, Colloss, o.ä.) lassen
auch künstliche Zahnwurzeln im Oberkiefer genauso erfolgreich möglich werden wie im Unterkiefer.
Die Anzahl der Implantate ist aber aufgrund einer völlig anderen Knochenstruktur
der Oberkiefer größer zu wählen. Mindestens 6 - 8 Implantate sind notwendig, um langfristigen sicheren Erfolg des Zahnersatzes zu ermöglichen.
Beispiele verschiedener Versorgungskonzepte
Auch hier erkennt man ein im Computer ausgewertetes Computertomogramm zur Darstellung einer Implantatsimulation. Die idealen Implantatpositionen, -längen und -durchmesser werden errechnet. Der Operationsverlauf wird planbarer und sicherer. Auch hierbei wird jedoch nur der Computer zur Errechnung der optimalen Implantatposition im Kiefer und ggf. zur Herstellung einer im Labor angefertigten Schablone benutzt. Das eigentliche Einbringen der Implantate geschieht ohne Roboternavigation.
Sogar eine dreidimensionale Rekonstruktion ist möglich, die neben der Planung auch kosmetische Aspekte berücksichtigen und vorhersehen lassen. Es lässt sich so ein Mehr an Sicherheit für den Patienten im Vorfeld des Eingriffes erzeugen.
Eine gaumenfreie Gestaltung des Zahnersatzes mit einer individuell gefrästen Stegversorgung auf mind. 6 Implantaten ist möglich. Die Prothese (Abb.2) hat hierbei eine Metallverstärkung in der Prothesenbasis. Dies ist entscheidend, damit die auftretenden Kaukräfte gleichmäßig verteilt werden. Der gaumenfreie Zahnersatz ist dann nicht bruchgefährdet.
Eine Versorgung mit 7 Implantaten im zahnlosen Oberkiefer mit einem aufgeschraubten, individuell gefrästen Steg zur Aufnahme einer abnehmbaren Brücke. Die vollständig gaumenfreie, grazile und individuelle Gestaltung des Zahnersatzes mit zusammenhängenden keramischen Zähnen ist bei einer solchen
Versorgung über mind.6-8 Implantate möglich (Abb.2).
Ein weiterer nicht zu vernachlässigter Vorteil bei solch einem gewählten Zahnersatz ist die Flexibilität. Durch Vorerkrankungen oder frühen Verlust der eigenen Zähne kommt es gelegentlich zu starken Knochenabbau. Dieser muß bei solch einer abnehmbaren Brücke nicht, wie sonst üblich, wieder aufgebaut werden. 6 Implantate (Abb.2) im Oberkiefer befreien diesen jüngeren Patienten von seiner Prothese.
Raffinierte Stifte (Pfeile) lassen diese Brücke zu einem festsitzenden Zahnersatz werden. Der Patient kann trotzdem die Brückenprothese gut herausnehmen und optimal pflegen. Der Langzeiterfolg ist gesichert und vorprogrammiert.
Abb. mit freundlicher Genehmigung, Praxis Dr. Tetsch
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