SofortbelastungDie Weiterentwicklungen der besonders wichtigen Oberflächen-strukturen der Implantatkörper und ein spezielles Design haben es möglich gemacht, dass in besonderen Situationen eine Sofortbelastung der eingesetzten Implantate erfolgreich möglich ist. Dies gilt in erster Linie für den zahnlosen Unterkiefer.
Voraussetzung ist, vier Implantate verankern zu können. Dabei werden sog. einteilige Implantate eingesetzt. Sie ragen mit ihrem Kopfteil in die Mundhöhle hinein. Nach dem Einsetzen erfolgt die sofortige Abdrucknahme, die Herstellung der notwendigen Stegkonstruktion im Labor und die Eingliederung. Alles noch am selben Tag. Selbst die Prothese kann zeitgleich eingesetzt werden. Der Patient verlässt somit am Abend mit festen Zähnen im Mund die Praxis. Das Kauvergnügen ist also an einem Tag wiedergewonnen. Das Prinzip ist über 30 Jahre alt. Durch die o.g. Weiterentwicklungen in der Implantologie sind solche Verfahren noch sicherer geworden. Es ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen gebunden.
Vorgehensweise
Die Hauptindikation für die Sofortbelastung ist der zahnlose Unterkiefer. Allerdings bei ausreichendem Knochenangebot sowohl in der Höhe als auch in der Breite. Als Standardmethode werden 4 Implantate gesetzt und mit einem Steg verblockt.

Das Bild zeigt schematisch die Eingliederung des kurzfristig hergestellten Steges. An ihm wird eine vorhandene Prothese mit Stegreitern befestigt.
Nach der Eingliederung des Steges erfolgt immer eine Röntgenkontrollaufnahme.

Dieses Bild zeigt die klinische Situation nach Entfernung der Fäden und nach abgeschlossener Wundheilung. Es sind ca. 10 Tage nach dem Einsetzen vergangen.

In die vorhandene Prothese werden "Clips" eingearbeitet, mit denen die Prothese auf dem Steg mechanisch einrastet. Die Basis der Prothese wird mittels Metallverstärkung zusätzlich stabilisiert.
Noch ein Wort: "Ein neuer Zahn an einem Tag"Diese Formulierung ist aufgrund der oben erwähnten Neuentwicklungen in der Implantologie möglich. PRP-Verfahren, Implantatoberfläche und Implantatdesign sind Voraussetzungen dafür.
Weiterhin ist ein gutes Knochenangebot als Implantatbett und eigene, dem Implantat
benachbart stehende Zähne ein unabdingbares Muss.
Als notwendige Zwischenlösung bis zur endgültigen Versorgung der künstlichen Zahnwurzel wird eine sog. Provisorische Krone genutzt, die die Einheilung nicht behindert, jedoch grundsätzlich den Charakter und das Aussehen eines eigenen Zahnes hat. Nach der Einheilungsphase des Implantates wird der endgültige Zahnersatz angefertigt.
Somit hat der Slogan "Ein neuer Zahn an einem Tag" durchaus seine Berechtigung, auch wenn das Vorgehen risikoreicher ist, als es auf den ersten Blick scheint.